Tour 2011

07.12. - 20.12.2011

AUTOURNOMIE!

Ab dem 09.12.2011

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DER W@YOUTUBE

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An alle: E-S-C-H-E-N-B-A-C-H

So kenne ich mich gar nicht, sitze hier und klicke 30x die Stunde auf meine eigene Page und alle anderen W und Eschenbach Webseiten, nur um zu sehen wie ihr das Teil findet. Bin weiterhin gespannt und will, das alle hier „Alles in Allem“ anchecken… es ist richtig, richtig gut! Glaubt mir.

Euer
Stephan

Alles in Allem-Trailer (Director´s Cut)

Heute ist es so weit: Alles in Allem steht in den Läden (und vielleicht schon in euren CD-Regalen). Deshalb gibts hier nochmal einen “Director´s Cut” des Trailers. Jetzt sollten keine Fragen mehr offen sein, oder?

ALLES IN ALLEM – Der Albumtrailer!

Eschenbach – Alles In Allem

Ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen und lechzt schon nach Neuem aus dem Hause 3R und Weidner. Das nächste, hoffentlich große Ding wartet nämlich bereits darauf, von euch entdeckt zu werden. Ich darf euch also an dieser Stelle mitteilen, dass der Zweitling von Eschenbach kurz vor der Veröffentlichung steht. Am 27. Januar ist es endlich soweit. Das Teil ist nicht ohne. Von mir produziert, aufgenommen und mit kleinen musikalischen Hinterlassenschaften versehen, muss es sich ja um ein Meisterwerk und einen Meilenstein in der Rockgeschichte handeln, haha.
Bevor ich euch mit 20 Plattitüden und schon-mal-gehörten Plattenfirmen-Anpreisungen langweile, verweise ich elegant auf www.eschenbach-band.com. Die Seite wurde komplett überarbeitet und gepimpt. Hier findet ihr neben den obligatorischen Hörproben, alles Wissenswerte rund um den Release. Ich finde, zwischen Weidner und Rammstein passt noch ‘ne Eschenbach CD, hahaha. Entscheidet selbst.

Stephan

Autounomie Blu-ray (endlich!)

Zunächst einmal müssen wir uns bei euch entschuldigen, dass es eine so schwere Geburt war. Wir sind uns darüber klar, hier nur mittelmäßig performt zu haben. Zu unserer Entlastung sei jedoch gesagt, es ist unsere erste Blu-ray und es gab eine Menge unerwarteter Komplikationen, die erst aus dem Weg geräumt werden mussten. Auch waren wir anfangs noch nichtzufrieden mit den Aufnahmen und der Präsentation. Die Produktion dauerte länger als erwartet, die Konfektionierung war Gegenstand langer Debatten. Probleme, wo eigentlich keine sein sollten. Da ist uns einiges verrutscht.

Dafür sind wir aber jetzt endlich mit der Blu-ray Version der Autournomie DVD am Start. Herzstück dieser Blu-ray bildet die Show in der Dortmunder Westfalenhalle, die mit 28 Kameras mitgeschnitten wurde. 100 Minuten gestochen scharfes Livematerial, plus 30 Minuten Doku-Footage hinter den Kulissen und 3 Bonustracks aufgenommen in 3D. Das alles selbstverständlich in Dolby Digital TrueHD 5:1.
Noch was: Es handelt sich hierbei um eine reine Blu-ray Version, ohne die Doppel Live CD der herkömmlichen DVD Version. Laut Vertrieb ist ein Bundle in diesem Format nicht möglich. Der Preis wird je nach Händler zwischen 17,– und 20,– € liegen. Veröffentlichung spätestens am 13.01.2012.

Liebe W-dianer,

habt dank für ein berauschendes 2011.

Autournomie2 war das i-Tüpfelchen auf einem ereignisreichem Jahr und sein krönender Abschluss. Ich bedanke mich von Herzen für eure unglaubliche Unterstützung und Treue. Ich hatte wahnsinnig viel Freude mit euch und darf diesen Schwung, unglaublich motiviert, mit ins neue Jahr nehmen. Viel mehr geht nicht.

Ein dickes Dankeschön und das W-Verdienst Kreuz gehen an:
DIE Band, Dirk, JC, Henning (You Guys Rock!), mein Team bei 3R, Micha Mainx, meine Live Crew, Tonpool, Rockshop und alle, die dieses Jahr in Sachen W mit mir zu tun hatten.

Ich wünsche euch allen ein frohes Fest und ein fettes 2012.

Euer Stephan

In fremden Gewässern

Tauchfahrt. Ab zum letzten Gig. Wie ich bereits geschildert habe, war heute Morgen der Admiral nicht in seiner Koje. Chef und Band mussten sich alles noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Besonders den Rotwein.

Die Spoiler Boys grüßen zum letzten Konzert © E. Hartsch

Die Spoiler Boys grüßen zum letzten Konzert © E. Hartsch

Draußen liegt Schnee. Das Wetter ist der blanke Horror. Ich bin ja tropenverwöhnt und habe auf den Deutschen Winter überhaupt keinen Bock. Gottseidank dauert mein Gastspiel hier nur bis zum 28.12. Danach ist der Winter für mich vorbei und wenn ich das nächste Mal wieder nach Deutschland komme, wird schon Frühling sein.

Les Gay bekommt seine Gitarre gereicht © E. Hartsch

Les Gay bekommt seine Gitarre gereicht © E. Hartsch

Ich ziehe in unser Produktionsbüro ein. Eine sehr schräge und abgefahrene Venue, diese Turbinenhalle in Oberhausen. Hier wurden einstmals… naja ich schätze, wahrscheinlich Turbinen hergestellt. Neben der eigentlichen Konzerthalle gibt es noch einige Nebenhallen. Eine mit 5 Kunstrasen-indoor-kickerplätzen, eine mit 25 Profi Pool Tables. Dazu Restaurant, Café und Bar. Sehr nett. Semi-renoviert. Nicht so schick wie das Kesselhaus, aber auf dem Weg dorthin. Auch ist das Team hier vor Ort sehr nett, zuvorkommend und hilfsbereit. Band und Crew fühlen sich sauwohl. Gegen 4 hole ich meine 4 Metal Tix Gewinner am Haupteingang ab und führe sie durch den Backstagebereich. Viel gibt´s nicht zu sehen. Wenigstens können sie beim Soundcheck dabei sein, der an diesem Nachmittag nur aus einem Song (Leinen los) besteht, und können später den Stephan auf ein paar Worte und ein paar Fotos treffen.

Nette Fans in der Turbinenhalle © E. Hartsch

Nette Fans in der Turbinenhalle © E. Hartsch

Die Gästeliste ist heute mit nur wenigen Freunden sehr überschaubar und eine Fotografen oder Journalistenliste gibt´s gar nicht. Das passt mir ganz gut, denn ich habe auch ohne die genug zu tun. Eine letzte Runde Fotos, ein letzter Bericht und wir sind wieder im Hafen, runter vom U-Boot, raus aus dem Tourwahnsinn. Schade eigentlich und erstaunlich wie schnell es dann doch immer geht.

Halb Mensch, halb Gitarre „Wolverine“ – the guitar mutant © E. Hartsch

Halb Mensch, halb Gitarre „Wolverine“ – the guitar mutant © E. Hartsch

Lasst uns ein kurzes Résumé versuchen, ok? Zweiter Teil der Autournomie Tour. Definitiv kleinere Hallen und eine komplett neue Setlist. Hat´s euch gefallen? Ich war ja auf der ersten Rutsche nicht dabei, kann also nur für meine Wahrnehmung auf dieser Tour sprechen. Mir hat es tierisch viel Spaß gemacht. Ich fand die Crew unglaublich toll. Echte Profis, die – jeder für sich – genau wissen, was sie tun. Eine Hand greift in die andere. Alles lief perfekt und wie am Schnürchen. Keinerlei Probleme oder unvorhergesehene Schwierigkeiten. Ich bin auch der Meinung, dass der Spandauer als allein verantwortlicher Produktionsleiter einen sehr geilen Job abgeliefert hat. Ich würde jederzeit wieder mit ihm auf Tour gehen und mit ihm in das gleiche Büro ziehen. Ein Riesenspaß. Die Hallen waren kleiner als auf der ersten Tour, aber ich fand die Größe gut und passend. Besser volle kleine Hallen, als leere große Hallen, oder? Eschenbach waren auch sehr nette Begleiter. Ich habe viel gelacht und mich immer gerne mit ihnen unterhalten. Ebenso hat mir der kleine Gastauftritt unser Glitzerpunkfreunde aus Melbourne gefallen. Die Scarlets. Mal was anderes. Die haben übrigens vor ein paar Tagen geschrieben, sitzen bei über 30° im australischen Sommer und schnappen nach Luft. Ich soll euch alle von ihnen grüßen, was ich hiermit tue.

Gitarren Helden  © E. Hartsch

Gitarren Helden © E. Hartsch

Die Turbinenhalle ist gut besucht. Fast ausverkauft. Gegen 8 sind alle da – wieder die gleiche erste Reihe, wieder die gleichen Gesichter – und was mich besonders freut, die Eschenbacher werden heute ziemlich euphorisch abgefeiert. Sollte ich eine Rangliste erstellen, was ich nicht tue und worauf Stephan z.B. überhaupt keinen Bock hat, würde ich dennoch sagen, dass Oberhausen das beste Eschenbach Publikum hatte und dass Nürnberg/Oberhausen/München das beste W. Publikum hatte. Aber ich weiß, mit solchen Aussagen muss man vorsichtig sein. Außerdem geht es hier nur um minimale Nuancen, die sowieso kaum messen sind, eher um persönliche Eindrücke als um objektive Beurteilung. Also Gramm drüber…

Der Band merkt man den Hangover jedenfalls nicht an. In bester Spiellaune wird schon in der Garderobe geblödelt und gelacht. Nebenher werden mir heute auch wieder ohne Murren 100 DVDs signiert und überhaupt herrscht absoluter Friede hinter der Bühne. Die Bilder sprechen für sich.

Schatten © E. Hartsch

Schatten © E. Hartsch

Ich möchte mich bei Euch für´s Lesen und für das sehr positive Feedback bedanken. Ein paar mal habe ich daneben gegriffen, das mit der „Arroganz Arena“ in München nehme ich zurück, ok? Ein paar mal habe ich ins Schwarze getroffen. Mit einem solchen Ergebnis kann ich sehr gut leben. Wichtig ist, dass es Euch gefallen hat, dass ihr lachen konntet und dass ihr beim nächsten Mal auch wieder dabei seid. Ohne Scheiß, das Leben ist zu kurz, um schlecht drauf zu sein. Lasst uns lieber zusammen noch ein wenig Spaß mit dem W. haben, ok?

awesome performance – JC Dwyer © E. Hartsch

awesome performance – JC Dwyer © E. Hartsch

Gegen 1:30 verlässt die Band endlich die Katakomben der Turbinenhalle in Oberhausen und muss wie nach jeder Show noch eine knappe Stunde Autogramme am Bus schreiben. Fotos, Geschenke, Weihnachtskekse im „W-Design“. Alles drängt sich um den Bus und in dem Bus. Auch die Eschenbacher sitzen bei uns und trinken Rotwein. Jeder quatscht mit jedem. Ein sehr netter Abschluss. „Ungesellig“ nennt mich der Spandauer, was daran liegt, dass ich immer der erste in der Koje bin. Dort finde ich noch einmal Ruhe, um meine Bilder zu bearbeiten und um mir schon ein paar Gedanken aufzuschreiben. Außerdem ist es 02:00, mir fallen die Augen zu. Endlich lässt unser Busfahrer den Motor an. In 5 Minuten bin ich eingepennt und wache am Frankfurter Hauptbahnhof wieder auf, wo Stephan, die Band, der Spandauer und ich aus dem Bus fallen. Ekelhaftes Wetter. „Tschüss“, „Ja, mach´s gut!“ „Du auch, fahr vorsichtig!“ „Get home safe JC!“

Die Tour ist vorbei, ich bin wieder an Land: „TAXIIII“

Spoiler Boys and crew  -  last show © E. Hartsch

Spoiler Boys and crew - last show © E. Hartsch

P.S. Das, im Bericht zum Konzert in Halle, angesprochene Interview mit Stephan für „Punkrocknews.de“ ist online und das findet ihr hier:

http://www.punkrocknews.de/interviews/94/der-w/

Vielen Dank für´s Lesen nochmal

Frohe Weihnachten

Ed

Heimathafen

Neu Isenburg 19.12.2011

Philip Eschenbach in Neu Isenburg © E. Hartsch

Philip Eschenbach in Neu Isenburg © E. Hartsch

Neu Isenburg ist ja fast schon Frankfurt. 5 Kilometer durch den Wald und man kommt an der Sachsenhäuser-Warte wieder raus. Der W. spielt heute in der Hugenottenhalle. Ich erinnere mich, zum ersten Mal war ich 1988 in der Hugenottenhalle. Mit Stephan, Kid und Dag bei den Ramones. Lange, lange her.

Heimspiel bedeutet Heim-Crowd und das bedeutet Gästelisten bis zum Abwinken. Mina, Stephans Sekretärin, sammelt schon seit Wochen und pfeffert dem Spandauer eine Excel Tabelle mit gut und gerne 60 Namen auf den Tisch. Schön säuberlich unterteilt in Familie – Freunde – Backstage – Gast – Gallerie und Garderobe. Die Küche hat das Bier Kontingent aufgestockt und mehr Wein gekauft. Wer weiß, was später noch passieren wird. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Stephan macht sich warm. Backstage Hugenottenhalle © jürgen köhler www.dog-pix.de

Stephan macht sich warm. Backstage Hugenottenhalle © jürgen köhler www.dog-pix.de

Stephan und ich nutzen die Nähe zu Frankfurt zur Flucht. Mina kommt mit Stephans Auto und holt uns ab. Ich wasche meine Wäsche, gehe duschen und tippe den München Bericht über die weihnachtliche Vorhölle nochmal neu. Das Foto von JC, aus dem gestrigen Blog ist übrigens mein neuer Lieblings Schuss. Überhaupt fand ich das Kesselhaus ziemlich gut. Eine sehr schöne Location.

Dagegen ist die Hugenottenhalle ein altes Schlachtross, naja mit einer 1500er Kapazität eher ein Schlachtpony. 70er Charme. Erinnert mich an die Saarlandhalle in Saarbrücken. Auch so ein Fossil der Veranstaltungsindustrie.

Leinen los © jürgen köhler www.dog-pix.de

Leinen los © jürgen köhler www.dog-pix.de

Um 16:00 sind wir alle am Start. Der Sound ist gecheckt, die Anlage steht. Ich treffe die 4 Metal Tix Gewinner vor der Halle und führe sie auf ihrem Backstagerundgang über die Bühne. Marco, Stephans Guitar Tech und Backliner erklärt ihnen die gesamte Soundanlage, die Instrumente und die Bühnentechnik. Er macht das sehr souverän und professionell. Auch für mich gibt´s hier noch viel zu lernen. Was für ein Berg an High Tech Spielzeug. Aber ohne Schnörkel, wie wir von Marco erfahren. Rauer Sound und eine raue Produktion. „Was du hörst, ist das, was auf der Bühne passiert. 4 Männer, die sich den Arsch abspielen. Komplett Live. Keinerlei Playback-Gefuddel oder Guitarren-Doppelungen oder Spielereien und Effekte. Rough und in die Fresse!“ Damit können wir etwas anfangen. Danke Marco, für diese interessante Einweisung.

JC Dwyer  © jürgen köhler www.dog-pix.de

JC Dwyer © jürgen köhler www.dog-pix.de

Thomas Hess stellt heute die Security. Somit herrscht hier der alte, raue IH-Umgangston. Fast wie früher. Nach 7 BO Tourneen unter Thomas Hess, schockt mich nichts mehr. `Ne nackte Alte im Graben? Na und? Alles gesehen. Irgendwann werden diese Geschichten aufgeschrieben werden müssen.

Stephan – fast zu Hause © jürgen köhler www.dog-pix.de

Stephan – fast zu Hause © jürgen köhler www.dog-pix.de

Das Frankfurter Publikum braucht lange, um warm zu werden. Mindestens 3 oder 4 Songs. Zum Ende hin, erreichen sie dann endlich ihre Betriebstemperatur und können nicht genug kriegen. Dennoch bin ich der Meinung, dass es nicht ganz an die Feierlaune der Nürnberger heranreicht.

Warm-up vor der Show © jürgen köhler www.dog-pix.de

Warm-up vor der Show © jürgen köhler www.dog-pix.de

Wir haben heute einige Fotografen im Graben. Unter anderem unseren guten Freund Hot Dog. Aufmerksame Fans kennen den Hot Dog noch von der DVD „Onkelz Tour 2000“, als er noch Stephans Backliner und nebenher Bassist bei Hassmütz war. In diesen Tagen und Jahren spielt er mit seiner Band Slawheads in und um Frankfurt. Hot Dog fotografiert heute die ganze Show und wird mir später die Bilder zur Verfügung stellen. Sprach ich eben noch von einer „nackten Alten im Graben?“ Leider sitzen sowohl Hot Dog als auch ich unten in der Garderobe am Rechner als oben in der Halle eine stadtbekannte Vertreterin der Frankfurter Krawallerie ohne T-Shirt und mit frei schwingenden Titten durch den Graben läuft. Eine andere schafft es bis auf die Bühne und fällt dort dem Stephan um den Hals.

Tourtagebuchschreiber © jürgen köhler www.dog-pix.de

Tourtagebuchschreiber © jürgen köhler www.dog-pix.de

Gottseidank nimmt Stephan solche Dinge locker und bleibt entspannt. Ebenso wie in München, als es gut und gerne 40 Fans in den Backstagebereich geschafft haben. Ich stehe draußen in der Kälte. Während Mina, mit blauem Bauarbeiterhelm auf dem Kopf, die Crew anheizt: „Hier Alter, nicht stehenbleiben. Auf jetzt, schieb´ das Case in den Truck. Trödeln kannste zu Hause“, stehe ich mit Thomas Tiesler, JC´s Drum Tech neben dem Bus. Wir beobachten die Szenerie und er sagt mir, dass er so etwas von keinem anderen Künstler kennt. Temperatur, nahe des Gefrierpunktes und Stephan, JC, Dirk und Henning stehen dort länger als eine Stunde in der Kälte. Geben Autogramme auf alles, was man ihnen hinhält, unterhalten sich ausführlich mit den Fans und posieren geduldig für Fotos. Wie immer: „Moment, gleich hab´ ich´s!“ oder „Oah, scheiße nee, Akku alle!“

Ich liege schon lange in der Koje, als der W. die Party aus den Hugenottenhallenkatakomben auf das Unterdeck des U-Boots verlegt. Von der Abfahrt bekomme ich nichts mit. Als ich heute Morgen in Oberhausen aufwache und den Vorhang beiseite schiebe, sehe ich, dass das Bett gegenüber unbenutzt ist. Verdammte Scheiße, der Admiral ist weg. Verlorengegangen auf der Überfahrt? Von Fan-Piraten gekidnappt? Wahrscheinlich hat er sich selbst weggefeiert. Sitzt bestimmt noch irgendwo oder hat entschieden, dass er mit dem Helikopter hinterherfliegt. Wie ich schnell feststelle, hängt er noch mit ein paar Versprengten in der Lounge, diskutiert über Musik und Weltfrieden und entscheidet, dass der Soundcheck soweit wie möglich nach hinten verschoben wird. Ich gehe frühstücken, als er in seine Koje klettert. Scheiße, habe vergessen ihn an sein Rock-Hard Interview mit Thomas Kupfer zu erinnern. Naja egal, wird das halt auch verschoben.

Volles Licht in der Hugenottenhalle © jürgen köhler www.dog-pix.de

Volles Licht in der Hugenottenhalle © jürgen köhler www.dog-pix.de

Die Tour nähert sich dem Ende. Wir sind bereits in Oberhausen. Dann hat sich auch mein Job hier erledigt. Ich würde sagen, wir lesen uns morgen wieder, zum großen Tourfinale, oder?

Bis spädda

Gruss

Ed

Von Eschenbachern und Aschenbechern

München 18.12.2011

Henning und JC – Backstage Entspannung © E. Hartsch

Henning und JC – Backstage Entspannung © E. Hartsch

Ein freier Tag am Arsch der Welt. Wir stolpern in Parsdorf bei München am frühen Morgen aus dem Bus und checken ins Best Western ein. Ein bayrisches Best Western. Teuer, aber dafür auch langweilig und weit, weit draußen. Ich bin zwar hundemüde, muss aber noch in die Stadt. Ich muss dringend bei Saturn Hansa einen Adapterstecker und eine neue Speicherkarte für Stephans Sony Videokamera besorgen. Draußen ist es bitterkalt. Meine Zähne klappern, als ich an der Haltestelle stehe und auf den Bus warte, der mich zur S-Bahn fahren soll. Was für eine umständliche Geschichte. Die S2 fährt mich bis zum Karlsplatz. Schnapsidee.

Jeden Showtag 100 Stck.  Stephan beim Signieren der neuen DVD © E. Hartsch

Jeden Showtag 100 Stck. Stephan beim Signieren der neuen DVD © E. Hartsch

Der letzte Samstag vor Weihnachten. Saturn Hansa in der Münchner Innenstadt. Wow. Der rot/weiße Weihnachtsterror hat eine neue Dimension angenommen. An jeder Kasse stehen 30 Leute in der Schlange. Und mittendrin ich mit meiner kleinen Speicherkarte und dem Adapterstecker. Meine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt. Draußen Weihnachtsmarkt. Ich glaube jetzt fest daran, dass die Leute in Deutschland übergenschnappt sind. Eine Tasse mit billigem Glühwein aus dem Tetrapack (aufgewärmt) kostet – Achtung: 4,50 € PLUS 5,–€ Tassenpfand. Alter Schwede. 5 Euro Tassenpfand für so eine hässliche Dreckstasse aus billigem Porzellan, wahrscheinlich in China von Kindern gebrannt und 30 Cent wert im Einkauf? 5 Euro? Sind die Leute noch ganz dicht? Steffen vom Merchandise bestellt zwei Glühwein und muss dafür 19 Euro hinlegen. Ha, ha, ha…. das ist ja zu geil. 19 Euro für zwei Scheiß-Glühweine. Das mit dem Pfand machen die natürlich extra, schwer hoffend, dass Du entweder a) zu besoffen bist die Tasse zurückzubringen oder b.) das billige Teil irgendwann fallen lässt oder es c) einfach vergisst. Wer da noch mitspielt ist selbst Schuld. Ich kämpfe mich durch die Menschenmassen und suche die S2, die mich zurück nach Parsdorf bringen wird.

Hübsches Licht im Kesselhaus © E. Hartsch

Hübsches Licht im Kesselhaus © E. Hartsch

Am Abend bin ich so müde, dass ich gegen 7 bei laufendem Fernseher einpenne. Abfahrt am nächsten Morgen um 9:15. Der Spandauer muss 49 Euro für eine Ladung gewaschene Wäsche im Best Western hinlegen und bekommt dafür verfärbte Socken zurück. Wir fahren zum Kesselhaus, gleich neben der Zenith Halle unweit der Arroganz Arena. Eine tolle Venue, eine schöne alte renovierte Fabrikhalle, in der einmal schwerste Stahlrahmen konstruiert wurden und in der sich einstmals die Konzernchefs der Krupp Werke mit der Rüstungsindustrie für den ersten Weltkrieg beschäftigten. Heute gibt´s hier Punkrock.

Dirk Czuya live in München © E. Hartsch

Dirk Czuya live in München © E. Hartsch

Der Backstagebereich in einer angrenzenden Halle ist riesig. Pool Table, Kicker, Ledersofas und jede Menge Platz. Ich schieße hier heute am Nachmittag das obligatorische Crew-Foto. Gar nicht so leicht, alle Schäfchen zusammenzubekommen. Peter Maffay wollte heute eigentlich kommen und „Hallo“ sagen, schafft´s aber nicht, weil er bei einem anderen Termin in München hängenbleibt. Genug Zeit für mich also, mal die Eschis für Euch zu befragen, wie es ihnen denn so bis jetzt gefallen hat.

Henning Menke quält seinen Bass © E. Hartsch

Henning Menke quält seinen Bass © E. Hartsch

Philip Eschenbach

Vom Gefühl her muss ich sagen, gefällt´s mir besser als beim letzten Mal, wo es größer war, als auf dieser Tour. Wir merken, wie offen und wie herzlich die Leute zu uns sind. Wir hatten zwar auf der letzten Tour auch ein sehr positives Feedback, aber das kommt mir hier doch weitaus intensiver vor.

Auch am Merchandisestand nach den Shows, gehen die Leute auf uns zu und sprechen mit uns. Ich hätte auch während der Konzerte viel mehr Weidner-Rufe erwartet. Aber die Leute sind wirklich sehr freundlich.

Edmund Hartsch

Das siehst Du auch so Riitchy?

Riitchy Schwarz

Ja, das sehe ich auch so. Ich bin halt nicht so gut reingekommen. Also jetzt am Anfang hatte ich stimmlich Probleme.

EH

Woran lag´s?

RS

Die Proben waren sehr eng. Die Versorgungslage im Bus war nicht so toll, keine Heizung. Die war kaputt. Dann habe ich noch den Fehler gemacht und mich draußen in der Kälte aufgehalten und aufgewärmt.

Das letzte Konzert war für mich eigentlich das schlimmste von allen, obwohl das Publikum das beste war. Da war ich einen Tag vorher in der Sauna, das hat´s dann mit der Stimme noch schlimmer gemacht.

EH

Keine gute Idee.

RS

Nee. Ich Vollidiot. Aber jetzt habe ich mich schon fast erholt und die letzten drei Shows packe ich jetzt auch noch. Außerdem ist, wie Philip schon sagte, das Publikum total geil. Keiner hat mich kritisiert, keiner hat mich ausgepfiffen. Super.

EH

Ich war auf der letzten Tour ja nicht dabei. Du sagtest, die Hallen waren größer?

PE

Die Hallen waren riesig. Da kam ja noch am die Dortmunder Westfalenhalle dazu. Da war am Anfang beim ersten Teil der Tour ja noch Motorjesus dabei. Wir kamen dann später dazu und mussten dann gleich aus dem Nichts so ein Riesending vor 8000 Leuten spielen und danach war´s dann aber auch gleich wieder vorbei. Ein wahnsinniges Erlebnis. Da waren dann solche Geräte wie Salzburg Arena oder Frankfurter Ballsporthalle dabei. Aber wie schon gesagt, die Leute waren auf beiden Tourneen überraschend nett zu uns, haben uns mit offenen Armen aufgenommen, und das haben wir echt nicht erwartet.

Und man darf nicht vergessen, dass der Stephan mit Motorjesus am Anfang auch eine Mörder-Vorgruppe dabei hatte, ja? Die Jungs waren der Hammer. Da hast Du´s dann auch schwer. Aber egal. Alle waren cool zu uns. Die ganze Crew, Stephan war supernett zu uns gewesen.

EH

Ihr habt jetzt noch den Martin und den Felix dabei. Als Verstärkung? Waren die auf der letzten Tour auch schon dabei?

PE

Nee, da war noch der Paul dabei, ein guter Freund von mir, dessen Frau aber jetzt ein Kind bekommen hat und der noch Backliner bei BossHoss macht. Wir haben uns freundschaftlich trennen müssen. Der war auch jetzt in Berlin bei einer Show von uns zu Besuch. Und der Guido ist auch nicht mehr dabei. Seine Frau hat auch ein Kind bekommen und der musste bei der Familie bleiben. Dafür ist jetzt der Martin eingesprungen. Mit dem mache ich ja schon seit 20 Jahren Mucke, den kenne ich schon ewig. Wir haben schon sehr viel zusammen gemacht. Und der Felix ist ein sehr lieber Freund aus Berlin, den wir über den Paul kenne, der auch selber produziert und mit dem wir auch schon oft gespielt haben. Wir hatten zwar wenige Tage zum Proben, aber da wir uns schon alle so lange kennen, sind wir recht flott reingekommen. Halle und dann Magdeburg und dann ging´s auch schon ganz gut. Die neue Platte allerdings, haben wir nur zu dritt eingespielt. Der Nils, der Riitchy und ich.

EH

Mit Stephan in Frankfurt und auf Ibiza. Wie war das?

PE

Ein Traum. Der absolute Hammer. Allein schon Frankfurt, das Studio. Wenn man da so wiederreingeht und mit der Produktion anfängt. Man weiß schon mehr und kennt schon mehr als beim ersten Mal, ja? Die Songs standen besser, wir waren besser vorbereitet. Da war also Bass und Schlagzeug in Frankfurt schon traumhaft, aber Ibiza war dann natürlich der absolute Hammer. Dort in privater Atmosphäre aufnehmen zu können, war großartig. Ur-gemütlich, Stephan in Bestlaune. Der war auch selber an den Reglern am Mischpult. Also ehrlich, ich hatte noch nie so einen angenehmen Studioaufenthalt. Der Micha, den wir mittlerweile auch gut kennen, war total gut drauf und entspannt. Es hätte nicht besser laufen können.

EH

Freut mich sehr für Euch. Also noch drei Shows und dann sind wir durch mit dieser Tour. Ihr müsst gleich auf die Bühne, viel Glück.

PE

Ja, danke Dir. Ich wollte noch sagen, für alle, die das hier lesen, wir sind nach jeder Show noch am Merchandisestand und verteilen unsere kostenlosen Promos, quatschen mit den Leuten und geben Autogramme. Unser zweites Album „Alles in Allem“ kommt Mitte Januar raus und wir sind sehr gespannt, wie es den Leuten gefallen wird. Und hoffentlich gehen wir danach mit dem neuen Material auf Tour. Danke Mann.

EH

Danke Dir für Deine Zeit.

Ab gehen sie. Auf die Bühne und rocken ihre 8te Show auf dieser Tour. Die sind auf einem guten Wege, die Eschenbacher. Ich wünsche ihnen auf alle Fälle alles gute und viel Erfolg.

Stephan, JC, Henning und Dirk singen sich wie gewohnt warm. In ihrer Garderobe und müssen um kurz vor 9 durch den Schneesturm in die Kesselhalle. Viele Leute, die auch schon in Nürnberg dabei waren.

Weidner hatte seine Leute im Griff © E. Hartsch

Weidner hatte seine Leute im Griff © E. Hartsch

Irgendwie haben wir heute Abend schon wieder ein Security Leck und so strömen plötzlich gut 30 bis 40 Fans in den Backstagebereich, werden alle gleichzeitig vom W. wie von einem Magneten angezogen und sorgen für eine ziemliche Hektik. Gottseidank sieht der Künstler das gelassen, schreibt Autogramme, bis die Hände schmerzen und steht für unzählige Fotos zur Verfügung. Geil, wie die Leute plötzlich die Funktionsweise ihrer Kamera vergessen, wenn´s schnell gehen muss und stets mit den falschen Knöpfen hantieren. „Moment, gleich hab ich´s!“

JC – Kesselhaus – Awesome!! © E. Hartsch

JC – Kesselhaus – Awesome!! © E. Hartsch

Ich hab´s jetzt auch. Es ist spät, bzw. schon wieder früh. Wir sind unterwegs nach Neu Isenburg. Ein schneller Gig zu Hause und dann zur letzten Show nach Oberhausen.

Wie hören voneinander

Gruss

ED

Nürnberg übernimmt Tabellenführung

Nürnberg 16.12.2011

Nürnberger Publikum – nette Leute © E. Hartsch

Nürnberger Publikum – nette Leute © E. Hartsch

Hallo Nürnberg! Sagt mal, was war denn das? Da habt ihr euch ja mal locker an die Tabellenspitze gerockt. Ich dachte Hamburg 1 war groß gewesen, aber da hat der Nürnberger noch zwei bis drei Schippen draufgelegt. Respekt. Der Reihe nach:

Der Löwensaal in Nürnberg ist ein krass abgehalfterter Schuppen. Total runtergerittenes 80er Jahre Ambiente aus dem letzten Jahrtausend. Hier ist seit langer Zeit nicht mehr renoviert worden. Eigentlich schade, weil die Location ganz geil ist. 1500er Kapazität mit angrenzendem Hotel. Kein schlechtes Objekt.

So wie ich die Sache sehe, ziehen wir heute hier ein, rocken eine Show und ziehen wieder aus. Mehr haben wir mit dem Löwensaal nicht zu tun. Merkwürdigerweise funktioniert das Internet ohne Probleme. Ist sogar ziemlich schnell. Somit kriege ich meine ganze Arbeit gut geregelt. Fast gut geregelt. Für den letzten Tourtagebucheintrag (Hamburg 2) habe ich ganze 2,5 Tage gebraucht. Ich muss mich dafür entschuldigen, ich habe getrödelt. Das Catering steht heute um 10. Kaffee, Frühstück und ab…

Vollgas ab dem ersten Takt © E. Hartsch

Vollgas ab dem ersten Takt © E. Hartsch

Gestern hatten wir einen freien Tag. Wir waren schon gegen 11 am Morgen im Hotel angekommen und nachdem ich alle meine Fotos durchgesehen und bearbeitet, alle Telefonate mit Stephan und dem Frankfurter Büro geführt hatte, trieb mich der Hunger in die Innenstadt. Ach Du Scheiße. Weihnachten! Ganz vergessen…

Was wird noch mal gefeiert? Die Geburt Jesu? Hm… das ist natürlich jetzt ein weites Feld und ich weiß gar nicht, ob ich meine Sense da überhaupt ansetzen soll/möchte. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wer die Merchandiserechte an dem Firmenlogo „Toter Heiland am Kreuz“ hält und damit Millionen scheffelt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Cashflow des Vatikans alle Parameter sprengt. Würde ich den Papst mal treffen, würde ich ihm sowieso nur eine Frage stellen wollen: „Hier, sag mal, wenn der Jesus demnächst wiederkommt, wie versprochen, glaubst Du wirklich, das erste was der sehen will, ist ein scheiß Kreuz?“

Bang your head © E. Hartsch

Bang your head © E. Hartsch

Weihnachtsmarkt also. In Nürnberg. Weltberühmt. Wofür eigentlich? Ich latsche einmal kreuz und einmal quer, treffe die Jungs von der Crew und fahre mit dem Taxi zurück ins Hotel. Bei „Terminator 1“ schlafe ich ein.

Rein, in den Löwensaal um 10 und fertig mit dem Aufbau um halb 12. Die Männer schlagen ihren eigenen Rekord. Eine Stunde 30, für alles. Das ist wirklich schnell. Der Soundcheck muss ohne Stephan stattfinden. Der kommt heute erst aus Hamburg. Trotz Unwetterwarnung.

Dirk, JC und Henning spielen sich mit „My Sharona“ von The Knack warm. Geile Version. Danach: „War Pigs“ von Black Sabbath. Sehr, sehr cool. Die vollen 7:56 Minuten. JC singt und macht das tierisch. Noch ein paar Takte „Paranoid“ und der Sound ist gecheckt. Scheppert wie die Sau, aber besser geht´s nicht. Nicht im Löwensaal. Kann also losgehen.

Der Don A. Wetter in Bestlaune © E. Hartsch

Der Don A. Wetter in Bestlaune © E. Hartsch

Gegen 6 kommt der Don A. Wetter eingeflogen. Mitten durch den Regen, wie man ihn kennt. Bringt die dunklen Wolken gleich mit. Da braut sich was zusammen über Nürnberg. Möglicherweise werden den Weihnachtsmarktbesuchern heute die Rostbratwürste vom Pappteller fliegen. Ob der gebrechliche Löwensaal dem Gebläse von Eschenbach und W. standhalten wird, ist fraglich.

E.bach entern die Bühne um 8 und drehen auch gleich voll am Rad. Morgen werde ich mich mal ein wenig mit ihnen unterhalten und euch danach erzählen, wie die Jungs die Tour bis jetzt wahrgenommen haben. Nicht, dass ihr denkt, das wäre hier alles easy-breezy cremiger Kindergeburtstag. Ist es nämlich nicht. Hier wird hart gearbeitet und das gilt auch für den Support Act.

Der W. von oben © E. Hartsch

Der W. von oben © E. Hartsch

Es ist bald 9. Während oben in der Halle schon die „Stephan Weidner“ Chöre abgehen, werden unten in der Garderobe noch Gesangsübungen durchgezogen. „Spoiler Boys are-we-are-we-are-we-ooh“. Total schwul, aber lustig. Mindestens 10 Minuten wird hier aus vollen Kehlen gebrüllt. Zwischendurch checke ich die Halle und die erste Reihe. Verdammt jung. Ähnlich wie in Hamburg und wieder ein paar Gesichter, die ich schon bei den vorangegangen Shows gesehen habe. Das Publikum ist nicht zu halten. Von der ersten Sekunde bis zur letzten Note. Unglaublich.

Das merkt auch die Band, die in bester Spiellaune den Löwensaal platt bügelt. Dirk hat heute Nacht um 12 Geburtstag. Kempe macht die Torte klar. Mit Wunderkerzen und Champagner und allem Pipapo.

Sebo – Guitar Tech from Outer Space © E. Hartsch

Sebo – Guitar Tech from Outer Space © E. Hartsch

Ein ganz entspannter Abend, der allerdings kein Ende nehmen will. Gut 40 Fans halten noch draußen im Schneeregen aus, bis die Band endlich nach oben kommt und Autogramme gibt. Wir müssen einen Tisch besorgen und noch einmal Security aufstellen. Alles verläuft friedlich und angenehm. Um 2:30 liege ich in meiner Koje.

Zum Schluss noch ein kleiner Nachschtrag. Gestern erreichte uns eine schlechte Nachricht. Eine Freundin von uns war in Berlin auf dem ersten Konzert gewesen. Tolle Frau, halb Afrikanerin, halb Russin. Leider ist sie in Berlin im Astra Club von Zuschauern übel beschimpft worden. Rassistische Beleidigungen der bösesten Art. Schade, dass wir davon erst jetzt erfahren. Zu spät, um noch etwas zu unternehmen, außer vielleicht ein paar Worten an die rechte Adresse:

Dr. Dirk – Geburstagskind © E. Hartsch

Dr. Dirk – Geburstagskind © E. Hartsch

Also, wie sage ich´s am besten? Vor vielen, vielen Millionen Jahren schwammen mal ein paar Einzeller durch die Ursuppe, die dachten auch, sie seien die Krone der Schöpfung. Arrogante Eukaryonten, wenn Du so willst, die sich immer wiederholten: „Hey, ihr habt ja nicht mal einen Zellkern, ihr Penner.“ Das ging so lange gut, bis plötzlich eine Qualle vorbeigeschwommen kam. Da war das Gejammer groß. Die Einzeller waren total empört: „Was abgemeldet? Wir? Wo gibt´s denn so was? Da passt man mal kurz nicht auf und schon wird man überholt.“ Das dachte sich die Qualle auch, als sie nun ihrerseits mit einer überheblichen Einstellung durch das Meer gondelte. „Ich bin eine Qualle, verdammt wie geil ich bin. Tausend mal geiler, als alle anderen.“ Und was passiert? Abgelöst vom Schlammwurm, der wiederum seinerseits dachte, er, mit seiner neuen Wirbelsäule, sei der letzte Schrei. So geht das jetzt seit Millionen von Jahren. Was das mit Dir zu tun hat? Du bist der Einzeller. Spatzenhirn. Nix drin. Luft. Schlecht erzogen. Nichts gelernt. Dumm und dusselig. Ich habe nicht so viel Zeit, dir alles im Einzelnen zu erklären, aber nur soviel: Wir haben das Jahr 2011, fast schon 2012. Also sehr spät. Du müsstest Dich jetzt ganz, ganz dringend um Dein Karma kümmern (kannste ja googeln, wennde nicht weißt, was das ist), sonst fliegt´s Dir in naher Zukunft um die Ohren. Was ich sagen will. Dein Hochmut kommt vor Deinem Fall. 98,2 % Deiner Gene sind identisch mit denen eines Gorillas. Wusstest Du das? Du bist also zu 98,2 % ein Affe. Ich natürlich auch, aber ich weiß meine 1,8% Abweichung zu nutzen. Mach ruhig so weiter. Du wirst Dich schon noch früh genug wundern…

Henning steht im Licht © E. Hartsch

Henning steht im Licht © E. Hartsch

Gruss

Ed