Der Name Rupert Keplinger sollte euch ja durch diverse Erwähnungen hier und in anderen Quellen inzwischen geläufig sein, oder? Kurz zusammen gefasst: Rupert ist der Gitarrist in Stephans Mannschaft und darüber hinaus sein wichtigsten kreativer Partner in der Produktion. Alles weitere erzählt er euch am besten selbst…
Was ist denn deine Rolle in der Produktion?
Das ist sehr unterschiedlich. Wir haben uns im März 2007 das erste Mal bei Stephan zuhause getroffen, wo er mir seine Ideen vorgespielt hat. Teilweise waren das noch Fragmente, teilweise schon weitgehend ausgereifte Songs. Wir haben dann auch Musik von anderen Bands, die Stephan interessant findet, zusammen gehört, unterschiedlichster Stilistik. Es ging in diesem ersten Schritt darum, heraus zu finden, was der gemeinsame Nenner all dieser Sachen sein könnte. Was will Stephan auf seinem Album haben? Da ging es erstmal weniger um Inhalte als um Atmosphäre oder Spielattitüde. Gefühle, die man mit bestimmten Songs transportieren will. Manchmal war es dann mein Part, diese Ideen und Atmosphären in Töne umzusetzen, fehlende Teile zu ergänzen oder was zusammen zu fügen, was auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zusammen passt. Manche Ideen waren nur kleine 4-taktige Schnipsel, wie das Intro von „Zwischen Traum und Paralyse“, das Stephan irgendwo mit seinem Handy aufgenommen hatte. Da ging es dann darum, zu erkennen, was ist die Essenz dieser Idee, und wie können wir daraus einen ganzen Song machen, ohne dass der ursprüngliche Grundgedanke dabei verloren geht.
Also die erste Aufgabe lag im Bereich Songwriting und Arrangement. Das betraf hauptsächlich die Entwicklungsphase, in der wir zu zweit die ganzen Demos aufgenommen haben.
In der Produktion ging es dann darum, die Arrangements genau so oder noch besser umzusetzen. Das heisst z.B. mit Pro Pain die einzelnen Parts zu erarbeiten, oder darauf zu achten, dass der Trommler jede Bassdrum genau da spielt, wo wir sie haben wollen. Und natürlich die ganzen Gitarren so knallermäßig einzuspielen, wie wir uns das beim Songwriting vorgestellt hatten.
Du hast gerade den „gemeinsamen Nenner“ angesprochen. Kannst du das konkretisieren? Was hält denn die Stücke im Innersten zusammen?
Das ist eine schwierige Frage! Wenn du eine Antwort darauf in stilistischer Hinsicht willst, dann kann ich sie dir leider nicht liefern. Denn dafür ist das Material zu vielschichtig. Was sich aber wie ein roter Faden durch die Stücke zieht, ist eine bestimmte Intensität.
Kannst du das etwas näher erläutern?
(überlegt) Es ist alles sehr intensiv, sehr gefühlsbetont. Nichts seichtes, nichts leichtes, nichts oberflächlich lustiges. Die Texte sind sehr persönlich und intim. Da meint es jemand sehr ernst in dem was er sagen will, auch wenn es da und dort über Ironie ausgedrückt wird. Und das gilt auch für die Musik. Das ist für mich der „gemeinsame Nenner“.
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