31.3. - Magdeburg, AMO
31.03.2009So, da sind sie also doch noch gekommen, die kleinen Katastrophen, die so eine Tour lebenswert machen. Kaum hatten wir im Produktionsbüro darüber gesprochen, dass alles eigentlich viel zu glatt läuft, kamen auch schon Minuten später wie schon beschrieben die Bullen eingeritten, um ein bisschen Verwirrung zu stiften. Was natürlich eher eine lustige Randbegebenheit war, aber immerhin schonmal als kleiner Fleck auf der ansonsten bislang blütenweißen Tourweste zu werten ist, wenn man es denn möchte. Viel ärgerlicher war allerdings, dass Skew Siskin krankheitsbedingt kurz nach ihrem Soundcheck ihren Gig canceln mussten und so kurzfristig natürlich kein Ersatz mehr aufzutreiben war. Bitter für die Band, bitter für die Fans und bitter für die W-Band, die - um die tapfer wartende Masse nicht zu lange auf dem trockenen sitzen zu lassen - kurzerhand schon um halb neun, anstatt wie sonst üblich um viertel nach auf die Bühne geschickt wurde. Das bedeutet schon einen Einschnitt in die Vorbereitung und die tägliche Routine, auch wenn man es nicht denken würde. Da geht es um Spannung aufbauen, Atmosphäre etc. Stichwort Atmosphäre: Auch wenn es traditionell vielen Fans am liebsten wäre, wenn sie direkt zum Hauptact kommen könnten, wurde gestern doch wieder Sinn und Zweck eines “Anheizers” deutlich. Denn der Eindruck war: Magdeburg hat sich etwas verhaltener präsentiert, als die beiden vorherigen Städte. Klar, immernoch herzerwärmend gut mit tollen Reaktionen auf Songs und Ansagen, aber ganz ohne Aufwärmen fällt es auch den Profi schwer, sich auf Betriebstemperatur zu bringen. Umso ärgerlicher, dass Skew Siskin auch heute leider nicht werden dabei sein können. Wir wünschen Nina - natürlich nicht nur deshalb - schnell gute Besserung und freuen uns, wenn sie morgen für ihre letzte Show in München wieder zum Tourtross stoßen kann. Ich denke, niemand ist so niedergeschlagen wegen der Situation wie die Sängerin und ihre Bandkollegen. Aber zurück zum “W”. Die Band kam heute nämlich mit leicht modifiziertem und verlängertem Intro auf die Bühne, auf das sich die restlichen Städte schonmal freuen können. Wie ich ja bereits erwähnt hatte, lebt die Show noch und es wird immer wieder hier und da ein bisschen gefeilt und modifiziert - wie auch bei der “Stelle zum Tanzen” in “Gewinnen kann jeder”. Wir sitzen hier gerade in Nürnberg unter Tage im Produktionsbüro und die beiden Gitarristen bereiten schon wieder eine mögliche Setlist-Änderung vor, die möglicherweise dann ab morgen zum Tragen kommen könnte. Mal schauen, lassen wir uns überraschen. Durch die fehlende 3/4 Stunde Extra-Mucke war die Show dann gefühlt noch schneller vorbei, als sonst. Stephan hat mal wieder eine Ansage verzockt, Rupert war auch eher unzufrieden mit seiner individuellen Leistung und trotzdem war es wieder ein sehr schöner Abend. Die Musiker wurden abgefeiert, die Songs sowieso und wenn schon nicht die Band an diesem Tag an der Perfektion kratzte, so hat es wenigstens die Crew getan, die nicht nur das Support-Setup auf- und dann ungenutzt wieder abbauen durfte, sondern auch wegen der ausgiebigen Autogrammstunde vor der Bühne ihren Abbau hinaus schieben musste und das - im Sinne der Fans - schon den zweiten Abend in Folge in Kauf nimmt. Erkenntnis von Magdeburg: Es gab bei “Traum und Paralyse” mehr Feuerzeuge als Photohandys in der Luft. Das ist mal eine schöne Entwicklung. Und wenn die ganze Halle laut oder leise den Text mitsingt, sind das die Gänsehautmomente, für die man das alles macht. Danke, Magdeburg. 16:30 Uhr: Cool, gerade war die Polizei da, weil sich Anwohner über das zu laut singende Häuflein Fan vor den Toren der Halle beschwert hatte. “Da sitzen schwarze Gestalten und singen und machen laufend Hitler-Grüße.” Hitlergruß vs. Pommesgabel… Ein Mysterium. Zur Klarstellung: Es waren tatsächlich Pommesgabeln, die hier gezeigt und dann fehlinterpretiert wurden. Freue mich auf nachher, more to come!



